was_möchte_hedwig
WAS MÖCHTE HEDWIG?

Hedwig möchte erzählen, berichten und beschreiben.

Ich möchte mit Hedwig die persönliche Geschichte meiner 8 jährigen Beziehung mit Vergewaltigung und Psychospielchen erzählen. Von der Trennung, meiner posttraumatischen Belastungsstörung, der Therapie, der Verarbeitung jener Erlebnisse berichten. Die sich mir stellenden Hürden und die mir mitgegebenen Geschenke der Grenzerfahrung beschreiben.

Hedwig möchte wissen „Warum?“

Beim Aufschreiben und Beschreiben meiner Erlebnisse stoße ich immer wieder auf „Warum-Fragen“.
Warum überschreiten Menschen Grenzen und werden zu Tätern?
Warum schämen sich die Übergangenen, Misshandelten und Vergewaltigten?
Warum fällt das Sprechen darüber oft so schwer und ist das Schweigen so groß?
Warum stoße ich auf Vorurteile und Mythen beim Thema Vergewaltigung?
Warum habe ich jetzt eine posttraumatische Belastungsstörung?
Warum zum Teufel jetzt auch noch eine Therapie?
Warum werden so wenige Vergewaltiger verurteilt?
Warum? Warum? Warum?

Hedwig möchte verstehen „Woher?“

Ich bin nicht die einzige die sich mit diesen „Warum-Fragen“ plagt. Das Internet ist durchzogen mit Vereinen rund um das Thema Vergewaltigung, Misshandlung, Sexismus, Traumatisierung etc. pp. Es gibt immer wieder Frauen, die ihr Schweigen ebenfalls brechen und von ihren Erlebnissen berichten. Es gibt ganz offensichtlich ein WIR. Hürden und vermeintlichen Grenzen sehen sich viele gegenüber. Vereine, Presse und TV-Sendungen berichten von Missständen im Rechtssystem beim Thema Vergewaltigung. Sie erklären die Entstehung und Gründe der Posttraumatischen Belastungsstörung und der Mythen rund um das Thema.
Damit tauchen wieder neue Fragen auf.
Woher kommen diese „Warums?“.
Woher kommt dieses lange und beharrliche Schweigen und die Scham rund um diese Themen?
Woher kommt es, dass so viele noch Vorurteilen und Mythendenken unterliegen?
Woher kommt die Hürde über all das, zu sprechen?
Warum existieren eigentlich all diese Grenzen, Hürden, Tabus und Mythen? (Wie etwa das offenbare Tabuthema Psychotherapie.)
Und warum plagt sich jeder damit herum?
Warum plagen WIR uns damit herum?
Warum ist das so?
Warum ändert sich nichts?
Warum macht niemand was dagegen?
Warum mache ICH nichts dagegen?
Warum machen WIR nichts dagegen?

Hedwig möchte fragen „Warum nicht?“ und sich ausmalen „Was wäre wenn …?“

Und so beginnt mein Kopfkino. Ich fange an Gedankenspiele, zu spielen.
Wieder neue Fragen!
Weshalb nicht statt des ewigen „Warum?“, einfach „Warum nicht!“ fragen?
Warum nicht, einfach etwas Neues ausprobieren, wenn das Alte offensichtlich nicht funktioniert?
Warum nicht, neue Strategien ausarbeiten und Sie testen?
Was wäre wenn, ich nicht immer nur in die Vergangenheit schauen und die Probleme wälzen würde? Was wäre wenn, ich mich auf neue Blickwinkel einlasse?
Was wäre wenn, ich Euch dazu einlade mitzumachen?

Hedwig möchte experimentieren.

Ich habe 8 Jahre lang gelernt zu schweigen. Ich habe 8 Jahre lang gelernt Negatives, zu erwarten. Ich wurde 8 Jahre lang darauf konditioniert, mir selbst und anderen nicht mehr, zu vertrauen. Ich habe gelernt Neues als gefährlich, zu betrachten. Mir wurde in diesen 8 Jahren konsequent eingeredet, dass ich mit all den Problemen allein bin, es an mir liegt und ich mich dafür schämen muss.
Nur zu logisch erscheint es mir jetzt, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und einfach all diese Sichtweisen umzukrempeln. Ich werde Positives erwarten. Ich werde auf mein Bauchgefühl vertrauen und Euch Vertrauen schenken. Ich betrachte diese Idee als eine Chance. Ich werde mit Euch meine Gedanken, Probleme und Ängste teilen, denn ich bin mir sicher, dass auch Ihr Euch damit identifizieren könnt.
Die Idee ist bis heute ein hartnäckiges und präsentes Gedankenspiel. Es schreit danach gespielt, zu werden.
Also wage ich das Experiment, mit Euch zusammen. Ich werde erzählen, berichten und beschreiben. Ich werde Euch fragen „Warum?“ Ich werde Euch fragen „Woher?“ Aber vor allem werde ich mit Euch fragen „Warum nicht?“ und „Was wäre wenn …?“


„Jeder Irrtum bringt uns ein neues Ziel
Jeder Augenblick ist ein Teil von Dir
Jeder Irrtum bringt mich an ein neues Ziel
Und jeder Augenblick ist ein Teil von mir
Und wie alles begann das weiß keiner mehr
Und am klügsten ist man doch immer hinterher.

…..

Jeder Irrtum bringt uns ein neues Ziel
Jeder Augenblick ist ein Teil von Dir
Jeder Irrtum ist ein Teil von Dir
Und jeder Augenblick ist ein neues Ziel
Doch wie alles begann das weiß keiner mehr
Und am klügsten ist man doch immer hinterher.
…..
Wird das immer so sein oder muss das so sein?
Was ist das?
Und warum ist das so?
Und warum geht das nicht?
Ist das wirklich alles was möglich ist?…“
(Letzte Instanz – Kopfkino)