EXPERIMENT_ErkenneDeineBedürfnisse

Erkenne deine Bedürfnisse…

Das ist doch nur eine Redewendung!

„Die Last auf den Schultern wurde mir zu groß“, also trennte ich mich von Janus und ging. Denn „ich fand das zum Kotzen“, dass irgendwie alles „mir auf den Magen schlug“. Dachte ich damals an Janus, „kam mir die Galle hoch“. Jeder seiner Handlungen, jeder Ärger, jede grenzüberschreitende Handlung „stieß mir sauer auf.“ Ständig „lief mir eine Laus über die Leber“, wenn ich daran dachte wieder nach Haus zu müssen. Also dachte ich mir „sei kein Schlappschwanz!“, fasste allen Mut zusammen und wagte einen neuen Weg. Die Entscheidung wurde mir durch Noah natürlich etwas leichter gemacht. „Mir blieb die Luft weg“, als ich ihn das erste Mal alleine traf. Ich war so verliebt „bei mir tanzten die Schmetterlinge im Bauch!“

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie viele Sprichwörter es eigentlich gibt, die eine körperliche Auswirkung irgendeines seelischen Gemütszustandes beschreiben?

So aus dem Steggreif fallen mir da etliche Sprüche ein.

Mia singt in „Hoffnung“ doch so schön „Hab‘ heut kein Appetit und trotzdem schlägts mir auf den Magen!“. Sei es, wegen Prüfungangst oder anders gearteten Stress.

Und als ich Noah sah: „Da ging mir das Herz auf!“.
Dieser Spruch stammt, zum Beispiel aus dem Märchen „Der Froschkönig“ der Gebrüder Grimm. In diesem wird Folgendes beschrieben:

„Die Prinzessin, die ihn findet, schmeißt ihn angewidert gegen die Zimmerwand, worauf sich der Königssohn in seine wahre Gestalt zurück verwandelt. Darüber freut sich Heinrich – der Diener des Königssohns – so sehr, dass ihm unterwegs förmlich das Herz aufgeht. Er hatte sich nämlich zuvor aus Trauer drei eiserne Bande um sein Herz schmieden lassen, die nun zerspringen und abfallen.“

Daher nutzen wir den Spruch immer dann sehr gern, wenn wir erleichtert sind, wir etwas wirklich Erfreuliches hören oder sehen. Tatsächlich hat sowohl das Herzaufgehen sowie das „Zugeschnürtsein“ oder der „Stein am Herzen“ einen erforschten und erklärbaren medizinischen Hintergrund:

„Stress und Kummer können sich dergestalt sichtbar machen, dass das Herz tatsächlich wie eingeschnürt wirkt. Dies ist die Stress-Kardiomyopathie – das Symptom des gebrochenen Herzens. Es ist auch bekannt unter seinem japanischen Namen Tako-Tsubo-Syndrom, weil das Herz aussieht wie eine Tintenfischfalle, was dieser Ausdruck übersetzt bedeutet. Durch große Mengen an Stresshormonen, die auch durch Liebeskummer entstehen, verkrampft sich manchmal der Herzmuskel. Hört der Stress auf – weil ein neuer Prinz am Horizont erscheint – löst sich der Krampf. Das Herz geht einem sozusagen auf.„

(Quelle: http://www.zehn.de/mir-geht-das-herz-vor-freude-auf-7283606-1).

Ich bin mir sicher, ihr kennt auch noch so einige Redewendungen und habt euch bestimmt auch schon mal gefragt, woher die eigentlich kommen?

Kaputt? – Nee! Voll gut!

Janosch_Selbstheilung(Quelle: ZEITMagazin)

Als ich mir bewusst wurde…habe ich alles auf den Kopf gestellt, nachgeforscht und versucht zu verstehen wie meine Gefühle, mein Gehirn und mein Darmrohr zusammenhängen. Ich habe festgestellt, was der menschliche Körper so alles leistet und welche Superkräfte er hat. Ich dachte erst, ich sei total „kaputt“. Dabei ist das, was mein Köper gemacht hat und noch immer tut „voll gut“! Dass dieser Körper mit uns tagtäglich kommuniziert und Signale sendet, die wir dann über verrückte Formulierungen in Worte fassen.

Der Eine macht Yoga, der Nächste besucht Pilatesunterricht. Andere versuchen eine Atemtherapie oder Autogenes Training, wieder andere gehen Yoggen und der Inaktive liegt einfach nur regungslos da und starrt die Decke an. Es gibt viele Methoden seinen Körper wieder bewusster wahrzunehmen.

Es ist zeit für das erste Experiment!

Kommt ins Gespräch mit Freunden, Verwandten und Bekannten. Wisst ihr oder jemand in eurem Umkreis woher, der ein oder andere Spruch stammt? Welche Redewendungen, positiv wie auch negativ, fallen euch ein?

Habt ihr euch schon mal gefragt, welchen Spruch oder welche Sprüche ihr ganz besonders oft benutzt? Vielleicht ist das die Region in eurem Körper die ganz besonders deutlich mit euren Gefühlen verknüpft ist und signalisiert: „Hey! Pass auf dich auf! Das ist gerade nicht gut.“ Und wenn ihr solch ein körperliches Alarmsignal spürt, dann hinterfragt diese doch einfach mal! Macht euch einmal bewusst, in welcher Situation ihr euch in diesem Moment gerade befindet.

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ihr schon gemacht habt und künftig vielleicht machen werdet.

Erkenne_deine_Bedürfnisse(Quelle: eigenes Foto, Ostrale ’15)

Jetzt seid ihr dran!

„Ich steh neben mir, seh mich an und hör mich klagen
Hab heut kein Appetit und trotzdem schlägts mir auf den Magen
Ich muss raus – Ich muss raus auf die Strasse und frag mich wohin
Ich seh keinen Sinn ich seh kein Ufer und ich krieg keine Luft mehr
– wo kommt die Erlösung her?
Dann zieh ich die Tür auf und bin mittendrin.
Geh unter Leute bevor es mich bezwingt
Und ein Glück mit diesem Trick glaub ich fast wieder an alles
Versuchs mit reden obwohl sonst nichts gelingt
Doch ein Glück mit diesem Trick glaub ich fast wieder an alles.“

(MIA – Hoffnung)